Ich habe überraschend schnell Staffel 2 von Blue Exorcist durchgeschaut – was ehrlich gesagt nicht schwer war, denn es sind nur wenige Folgen.
Wer meinen Beitrag zur ersten Staffel gelesen hat, weiß: Ich mochte den Anime, auch wenn er nicht perfekt war.
Doch was Staffel 2 macht, war… sagen wir: anders, als erwartet.
Nach dem dramatischen Ende von Staffel 1 hatte ich mit einer direkten Fortsetzung gerechnet – mehr über Rins und Yukios Beziehung, Mephistos undurchsichtige Pläne... Stattdessen beginnt Folge 1 mit einem Klassenausflug, und plötzlich verhalten sich alle extrem abweisend gegenüber Rin – als wäre er das Böse in Person. Ich war erstmal total verwirrt. Traum? Dämonenillusion? Was war hier los?
Erst nach ein paar Minuten wird klar: Staffel 2 springt zurück – genauer gesagt in die Handlung von Staffel 1. Sie greift den sogenannten Kyoto-Arc auf und erzählt ihn ausführlich nach. Eine Art „nachgereichte Vertiefung“, die sich zwischen die Ereignisse aus Staffel 1 schiebt.
Die Novizen reisen nach Kyoto, wo die rechte Hälfte des Auges des Unreinen Königs bewacht wird. Seltsame Vorfälle häufen sich, also schickt Mephisto die Gruppe los – begleitet von Shura. Die Stimmung ist deutlich ernster als zuvor: verwundete Exorzisten, alte Tempel-Geheimnisse und schwelende Konflikte. Besonders Ryuji bekommt mehr Tiefe, als seine familiäre Verbindung zum Tempel thematisiert wird. Auch Yukios innerer Konflikt wird angedeutet – erste Hinweise darauf, dass auch er dunkle Kräfte in sich trägt.
Was nicht ganz rund läuft: Der Zeitsprung wirkt anfangs irritierend, besonders wenn man die erste Staffel länger nicht gesehen hat. Die Überleitung zwischen Trainingscamp und Kyoto-Mission fühlt sich holprig an. Kein Wunder – ursprünglich war wohl eine andere Richtung für das Staffelfinale geplant, was jetzt zu kleineren Widersprüchen führt.
Aber: Sobald man versteht, wann Staffel 2 spielt, ergibt vieles plötzlich Sinn. Der neue Handlungsstrang ist deutlich dichter erzählt als vieles aus Staffel 1, spannender und emotionaler. Er beantwortet nachträglich einige offene Fragen – und funktioniert auch für sich genommen ziemlich gut.
Mein Fazit: Staffel 2 wirkt reifer und packender. Ich hätte mir gewünscht, dieser Arc wäre gleich an der passenden Stelle in Staffel 1 gelaufen – das hätte vieles klarer gemacht. Aber gut, jetzt ist es eben so. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht mit Izumo Kamiki? Ihre Hintergrundgeschichte wurde ja schon leicht angerissen – und ich habe das Gefühl, da kommt noch was.
Und was meint ihr? Lasst was da.
Eure Jane
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